Deckel drauf und Ruhe im Karton 3


I’ll turn him into a flee. A harmless little flee.
Then I’ll put that flee in a box,
then I’ll put that box inside of another box,
and then I’ll mail that box to myself,
and when it arrives – AHAHAHAAH! –
I’ll smash it with a hammer!
Oh, it’s brilliant, brilliant, brilliant!

aus Disney’s The Emperor’s New Groove

Ich verpacke die Dinge ja gerne in Kisten und Boxen und Schachteln und Schächtelchen. Alles sieht viel ordentlicher aus, wenn es in Kisten und Boxen und Schachteln und Schächtelchen verpackt ist: Schuhe. Biomüll. Büroklammern. Erinnerungen.

kisten

(Selbst die Kiste mit Dingen, die noch in andere Kisten einsortiert werden müssen, hat etwas Ordentliches an sich.)

Sie lassen sich im Regal stapeln und unter dem Bett, auf dem Schreibtisch und im Keller, im Kleiderschrank und im Kopf, ineinander, aufeinander, übereinander. Was in einer Schachtel ist, hat einen Platz. Und nimmt keinen.

Deine Schachtel, meine Schachtel, wichtige Schachtel, Badschachtel. Schachtel mit Dingen, die man sicher irgendwann für irgendetwas brauchen wird. Schachtel mit emotionalem Ballast. Schachtel mit weiteren Schachteln.

Okay, ein bisschen unfertig mag es aussehen. „Wie lange wohnst du jetzt hier?‟ Ungemütlich gar. Sagen manche. Aber auch praktisch: „Oh, das, ja … Da sind Fotoalben und Liebesbriefe drin. Klar kannst du dein Bier drauf abstellen!‟ Und es vereinfacht den Alltag kolossal: „Das kann in den Müll, die ganze Box. Nee, ich brauch nicht noch mal nachsehen.‟

Manchmal, wenn es keine Kisten und Boxen und Schachteln und Schächtelchen gibt, muss ich mir anders behelfen: Dann schiebe ich den Turm an DVDs so zurecht, dass man meinen könnte, er wäre eine Box. Eine durchsichtige Box mit DVDs. Dann häufe ich die ganzen Rechnungen und Lieferscheine und Versicherungsbelege einfach zu einem Stapel und stelle mir vor, er hätte einen Deckel. Und da schreib ich dann drauf: Wichtig, irgendwann. Das geht auch mal. Zur Not.

Weniger einfach ist es, Menschen in Kisten und Boxen und Schachteln und Schächtelchen zu verpacken, obwohl auch das praktisch wäre und den Alltag kolossal vereinfachen würde. (Freunde, eigentlich)
Irgendwie drängt es sich ja auf und manchmal versuche ich es dann, aber einige Menschen passen überhaupt nirgendwo rein, andere springen unkontrolliert von Schachtel zu Schachtel, wieder andere klettern still und unbemerkt heraus – wie ein Sack Flöhe, in Kistenform.

Ich hab auch eine Kiste mit Zukunftswünschen, die ist sehr schwer. Eine mit Ratschlägen und eine mit Erkenntnissen. Die rühre ich besser gar nicht erst an. Wenn der Inhalt einmal in Unordnung geraten ist, bekomme ich nie wieder den Deckel drauf.

Ich hab auch eine Kiste mit Vorsätzen, die öffne ich jeden Abend, und jeden Morgen mache ich sie wieder zu.

Das ist überhaupt das Beste an diesen Kisten und Boxen und Schachteln und Schächtelchen: Man kann sie beiseite schieben. Einfach so.

Daumen, Gezwitscher und so, los! :)

Kommentar erstellen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

3 Gedanken zu “Deckel drauf und Ruhe im Karton