Hilfe, Alltag entlaufen!


Vermissen kann man nur, was man nicht hat

Ich habe ihn wieder. Seit einer Woche. Meinen Alltag. ♥ Ein merkwürdiger Begleiter ist das. Fordernd, anstrengend, gefräßig. Kompromisslos. Ich mag ihn trotzdem. Und ich habe ihn vermisst.

Zugegeben: Anfangs war ich ganz froh über sein Ausreißen. So viel freie Zeit, so wenig Verantwortung. Doch je länger er fortblieb, je mehr Schreiben ich auf der Suche nach ihm herausschickte, je mehr Steckbriefe ich verteilte, desto lästiger wurde mir dieses Leben ohne ihn. Dieses endlose Warten. Diese Ungewissheit: Habe ich ihn vergrault? Kommt er wieder? Werden wir uns je wieder aneinander gewöhnen?

Nun ist er heimgekehrt, mit all seinen Marotten, breitet sich in meinem Leben aus, als sei er nie fortgewesen, und schaufelt sich mit beiden Armen meine Zeit in den Rachen. Mir bleibt nur die harte Kruste.
An der knabbere ich, nachdem er abends erschöpft in sein Körbchen geklettert ist. Und stelle fest: Sie macht zwar niemals richtig satt, schmeckt aber besser als alles, was ich ohne meinen Alltag im Übermaß hatte.

Während ich mich langsam wieder an ihn gewöhne, freue ich mich über die Gesellschaft derer, die uns begleiten: den Wecker, den Spiegel und die Laufschuhe.
Gleichzeitig bedanke ich mich bei jenen, die mir in der alltagslosen Zeit beigestanden haben: der Schlafanzughose, den DVDs und dem Kühlschrank. Gönnt euch ein bisschen Urlaub, Jungs! Ihr habt es verdient.

alltag_entlaufen

Daumen, Gezwitscher und so, los! :)

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